Anja Wrede - Spieleautorin

Drei Fragen an....

 

Anja Wrede

Spieleautorin, Illustratorin..

 

Anja Wrede stammt ursprünglich aus Niedersachsen, lebt und arbeitet seit 2009 in Berlin. Seit 1995 hat sie zahlreiche Kinderspiele bei renommierten Verlagen veröffentlicht. Nach dem Studium war sie fünf Jahre lang im Spielbereich angestellt und hat sich dann 2000 selbstständig gemacht. Sie entwickelt Spiele, illustriert, gibt workshops. Sie kooperiert vor allem mit dem Hamburger Spieleautoren Christoph Cantzler.

2009 hat sie gemeinsam mit Claudia Hartmann den Verlag „Edition Siebenschläfer“ gegründet, den sie seit 2013 alleine weiterführt.

 

1. Wie bist du dazugekommen, Spiele zu ent-

wickeln und was fasziniert dich daran?

 

Der Anfang war eher ein Zufall – im Rahmen meines Pädagogikstudiums habe ich diverse Praktika gemacht – u.a. bei HABA in der Spieleredaktion. Das ist schon richtig lange her: 1993! Da bekam ich von der Redak-teurin als eine Aufgabe den Tisch voller Material gestellt ... und so sind die ersten Dinge entstanden.

Faszinierend finde ich es nach wie vor immer wieder, etwas Neues entstehen zu sehen, in den Zeichnungen, den ersten Prototypen, den ersten Spielerunden ...

 

2. Unzählige Kinderspiele, daneben Auftragsar-beiten, Seminare, Workshops und Ideen für die Edition Siebenschläfer? Woher nimmst du im-

mer wieder neue Ideen? Hattest Du auch schon mal Entwicklungsblockaden und wie gehst Du damit um?

 

Ja, das hört sich alles viel an – ist es wahrscheinlich auch ... und nicht alle Dinge sind kreativ und machen Spaß. Es gibt bei allen Dingen mehr Alltag, als sichtbar ist. Aber es gibt eben auch viele schöne Momente! Die schönen Momente empfinde ich oft als Privileg.

 

Erfahrungsgemäß habe ich in jedem Prozess Blocka-

den. Manche Dinge verschwinden dann auf Nimmer-wiedersehen. Manche Ideen überleben die erste Eupho-

rie nicht. Das Umgehen mit Blockaden geht mal besser, mal schlechter. Mir hilft es, stockende Dinge beiseite zu legen und etwas ganz anderes zu machen, mich körperlich zu bewegen, um die Knoten im Kopf zu lösen ... das kann z.B. auch eine Runde Radfahren, ein Tele-

fonat, bei dem ich durch die Gegend laufe oder eine Hunderunde sein. Manchmal bemerke ich leider nicht gleich, dass ich gerade stocke und blockiere. Aber das ist wahrscheinlich nicht außergewöhnlich, wenn man sich die Theorien zum Thema Kreativität anschaut.

3.Was hat dich bewogen, den Schritt in die Selb-

ständigkeit zu gehen? Was würdest Du anderen raten, die mit dem Gedanken spielen, diesen Weg auch wagen zu wollen?

 

Die Entscheidung erschien mir vor 15 Jahren als logi-

sche Konsequenz: Ich wollte mich beruflich und privat verändern ... zusammen mit dem Start in die Freibe-ruflichkeit kam ein Umzug.

Wer sich überlegt, im Spielebereich freiberuflich unter-

wegs sein zu wollen, sollte in jedem Fall ein breites Ar-

beitsfeld schaffen und auch in der Lage sein, mit Schwankungen und Unsicherheiten umgehen zu können – es ist ja nie klar, wie viel Umsatz ein Spiel macht. Wenn es denn erscheint. Und bis es erscheint, geht viel Zeit ins Land. Und ob aus einer ersten Idee überhaupt ein Spiel wird. Ob die Idee überhaupt kommt ...

 

Eine Mischung aus Projekten, die kurzfristig das Le-

ben absichern und solchen, die eben längerfristig gehen, ist sicher eine Voraussetzung. Wie an den Spieleautoren-kolleginnen und –kollegen zu sehen ist, gibt ja auch viele verschiedene Modelle.

 

Netzwerken, auf den Branchenveranstaltungen unter-

wegs sein und die Augen und Ohren offenhalten. Sich Fragen notieren und Menschen ansprechen, die den einen oder anderen Schritt schon getan haben.

 

 

 

 

 

 

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