Björn Müller-Mätzig - Spieleautor, Verleger

Drei Fragen

an…..

 

Björn Müller

– Mätzig

Spieleautor

Verlagsgründer

 

Der Jurist Björn Müller-Mätzig kommt ursprünglich aus Trier und lebte seither beruflich bedingt an verschiedenen Orten in Deutschland und Wales und nun seit Anfang des Jahres mit seiner Familie in Hamburg. Er hat bereits drei Spiele entwic-

kelt und noch mehrere Ideen in der Pipeline. Am 15. Mai 2015 hat er seinen Verlag „Müller-Mätzig Spiele“ gegründet, mit dem Ziel, sein erstes Brettspiel – „Da Yunhe Der große Kaiserkanal“ – 2015 / 2016 herauszubringen. Parallel nimmt er am Spielwerk Hamburg aktiv teil, ist Mitglied der SAZ Spiele-autorenzunft und beteiligt sich an mehreren Wettbewerben.

 

1.Was hat dich bewogen, nicht nur Spiele zu ent-

wickeln, sondern einen Verlag zu gründen und gleich mit drei Spielen durchzustarten?

 

Zunächst wollte ich erst einmal „Da Yunhe Der große Kaiserkanal“ machen und tüftele seit November 2013, seit einer Reise nach China, an Idee, Mechanismus und Gestalt-

ung. Nach dem Umzug und auch durch die monatlichen Treffen des Spielwerk Hamburg kamen dann die beiden anderen, aktuell verfolgten Ideen „Anaconda Mine - Ein dynami(ti)

sches Rennen“ und „Das Ritterturnier - bei dem man am Rad dreht“ dazu.

 

Der Entschluss zur Gründung des Eigenverlags reifte in einem Gespräch mit einem ehemaligen Kollegen und Freund im Juni 2014, der fragte wie ich die Spiele in den Handel bekomme. Ich vertraue hier auf meine Fähigkeiten, finde es spannend, „mein“ Unternehmen zu leiten und hierfür unmittelbar ver-

antwortlich zu sein und denke, dass die Digitalisierung mir einige Hilfestellungen anbietet, die es vor einigen Jahren noch nicht gab.

 

2. Spätestens zur Nürnberger Spielwarenmesse 2016 soll dein erstes Spiel veröffentlicht sein – vor dem Hintergrund der üblichen Zeitabläufe auf dem Spielesektor ein ehrgeiziges Ziel. Wie schaffst Du das? Was sind deine nächsten Schritte?

 

Die Onlinemedien haben Prozesse entwickelt, bei denen mehrere Mitarbeiter gleichzeitig an einem Produkt arbeiten, ob-

wohl eigentlich die Basisidee des Produkts noch nicht endgültig feststeht. So entsteht Interessantes, Neues, also Produkte, die auch davon leben, dass Ideen aus mehreren Richtungen sich gegenseitig befruchten. Diese Lebendigkeit des Pro-

zesses möchte ich bei meinen Produktentwicklungen jedenfalls ansatzweise auch erleben.

 

Ich habe im Frühjahr 2015 für jedes der aktuellen Projekte den passenden Illustrator, bzw. die passende Illustratorin ge-

funden und recht früh die Aufträge an diese vergeben und mit diesen die Erfahrungen beim Testen sofort besprechen und „verarbeiten“ können. Ich denke, ich habe so einen Überblick bekommen, was bei meinen Spielen spielerisch und grafisch funktioniert, und was nicht.

 

Ich stimme derzeit das Schachteldesign und das Spielanlei-tungskonzept ab, parallel erfolgen die Reinzeich-nungen der Spielelemente. Meine Suche nach Herstellern war – so hoffe ich – erfolgreich. Ende September wird der erste Produktions-auftrag vergeben. Bis spätestens Januar 2016 wird „Da Yunhe Der große Kaiserkanal“ verkäuflich sein.

 

3.Sich als neuer Verlag neben den Verlagsriesen am Markt zu behaupten, ist nicht einfach. Wie gene-

rierst Du die notwendige Aufmerksamkeit und wel-

chen Weg beschreitest Du insbesondere beim Mar-

keting und Vertrieb?

 

Zunächst: Die Spielebranche ist nicht hochkompetitiv, Streit ist selten, man verträgt sich. Ich gehe angesichts des welt-wei-

ten Wachstums der Branche davon aus, dass ich mit mei-

nen Spielen im Markt gut ankommen werde, und man mir mei-

nen – hoffentlich bald eintretenden – Erfolg gönnen kann, ohne mir Steine in den Weg zu legen. Als Eigenverlag bin ich sicherlich unterhalb der Schwelle der Sichtbarkeit der Platzhirsche. Ich setzte zudem auf den wachsenden Anteil des Onlinehandels von Spielen, der derzeit bereits ca. 28 % liegt, und hoffe darauf, dass die Produkte auch im Ausland gut angenommen werden.

 

Ich glaube, dass neben dem klassischen Verlagswesen bspw. durch Crowd-Funding-Plattformen wie „Kick-starter“ oder „Spieleschmiede“ bereits mehrfach gezeigt wurde, dass „kleinere Projekt“ von Quereinsteigern sehr spannend für Spieleautoren, Rezensenten, Blogger und vor Allem für die Spieler sein können.

 

Daneben nehme ich an Wettbewerben teil, u.a. beim „Deut-

schen Spieleautoren Wettbewerb“ und am „Microspiel Wett-

bewerb“ des Spielwerk Hamburgs, in Kooperation mit Pegasus Spiele. Weitere Teilnahmen, wie bspw. bei „Hippodice“ im November sind vorgesehen.

 

Ich werde mich in werblicher Hinsicht auf die Online-Medien konzentrieren, um dort Werbung zu betreiben, insbesondere bei „Facebook“ und „Google“. Ich hoffe, darüber die Aufmerk-samkeit der jüngeren, Online-affinen Spieler zu erreichen.

 

Ich habe mir als Ziel gesetzt, dass ich durch den Verkauf von „Da Yunhe Der große Kaiserkanal“ so viele Erfahrungen sam-

mele und Einnahmen generiere, dass ich eines der anderen Spiele in der nächsten Saison 2016/2017 vermarkten kann.

 

 

 

 

 

 

 

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